The modern art of pan flute 

Sebastian Pachel verhilft beim Konzert im alten Güterbahnhof Meppen der Panflöte zu modernem Glanz

Ein ganzes Konzert nur mit Panflöte und Klavier? Das mag sich der ein oder andere im Vorfeld zum Auftritt des Panflötisten Sebastian Pachel mit seiner Begleiterin Irina Eicher am Piano gedacht haben. Und tatsächlich, dass was die beiden live am Freitagabend im alten Güterbahnhof in Meppen dargeboten haben war einzigartig und so noch nicht dagewesen. Pachel betreibt ein modernes, neues und sehr präzises Spiel mit einer extra für ihn angefertigten Messingpanflöte und präsentierte dem, trotz sommerlichem Wetter, zahlreich erschienenen Publikum moderne Interpretationen klassischer Musikstücke, seiner „klassischen Lieblingslieder“. Mit dabei waren z.B. Kompositionen von Vittorio Monti, Johann Sebastian Bach, aber auch Tango-Klassiker von Astor Piazolla oder Stücke zwischen Pop und Klassik von Ludovico Einaudi, um hier nur wenige zu nennen.

Pachel ist dabei aber nicht nur verkopfter Künstler, der seine Stücke herunterspielt, er spricht auch viel mit dem Publikum und lockert die Atmosphäre deutlich auf. So zeigte er mittels einer ganz normalen Wasserflasche, wie eine Panflöte eigentlich funktioniert und war tatsächlich durch seine raffinierte Lippenblastechnik in der Lage 7 verschiedene Töne und das Lied „Hänschen Klein“ auf ihr zu spielen. Dieser kleine Unterricht sorgte für viel Applaus und Lacher beim Publik


Nach vielen weiteren wunderschönen Klassiknummern in der ersten Konzerthälfte gab es eine ca. 30 minütige Pause und Gelegenheit miteinander und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Das zweite Set war gleichzeitig das große Finale dieses schönen und klassischen Konzertabends, bei dem Pachel und Eicher noch einmal alles aus ihren Instrumenten herausholten. Anhand der Auswahl der Stücke, ihrer Darbietung und dem was Pachel zwischendurch immer wieder erzählt, wurde nach und nach klar, dass er auf einer wichtigen Mission unterwegs ist: der volkloristisch vorbelasteten Panflöte, wie man sie von Gruppen aus der Fußgängerzone kennt, einen Imagewandel zu schenken und solchen Klischees zu entfliehen - mehr noch, ihnen vielleicht sogar ein für alle Mal den garaus zu machen. Dafür studierte Pachel sogar als erster Musiker in Deutschland Panflöte und sorgte dafür, dass für diese Kunst überhaupt ein Lehrstuhl an der Musikhochschule Osnabrück geschaffen wurde.

Nach fast zwei Stunden beendeten Irina Eicher und Sebastian Pachel diesen denkwürdigen Konzertabend aus Panflöte und Klavier. Nach den vielen Zugaberufen hatten sie schlicht kein Stück mehr übrig, was noch gespielt werden konnte...

 

Wir sagen: Mission erfüllt! Wer solche Stücke auswählt und sie mit Hingabe und Brillianz überzeugend darbietet, der kann auch das Wunder vollbringen ein neues Image für ein fantastisches Instrument wie die Panflöte zu prägen!


Mehr Infos zu Irina Eicher: http://www.irina-eicher.de

Mehr Infos zu Sebastian Pachel: http://www.sebastianpachel.com